Für Stella Timm und Maximilian Gyr stand zum Abschluss einer langen, aber erfolgreichen Saison der Coupe de la Jeunesse an. Der «Coupe» ist eine europäische Nachwuchsregatta, an welcher vielversprechende Rudertalente aus 17 Nationen erste Erfahrungen auf internationaler Bühne sammeln.
Das Coupe-Abenteuer startete für die beiden bereits im Mai mit der ersten Selektionshürde: Auf dem Ergometer musste eine Zeit von 06:35 (M), bzw. 07:30 (F) gefahren werden, um in die nächste Runde zu gelangen. Danach starteten die beiden im Rahmen der Regatta Sarnen an den Ausscheidungen in den Kleinbooten. Dort konnte sich Stella Timm im Doppelzweier qualifizieren; Maximilian Gyr ergatterte sich seinen Rollsitz eine Woche später an den Grossboot-Ausscheidungen auf dem Rotsee.
Nach den Schweizermeisterschaften und einer kurzen Pause startete dann ein zweieinhalbwöchiges Trainingslager in Sarnen und auf dem Rotsee, dem späteren Austragungsort des Coupes. Mit zwei bis drei Einheiten pro Tag bereiteten sich die 12 Schweizer Boote auf die Regatta vor.
Nach der traditionellen Eröffnungszeremonie am Freitag und diverser Ansprachen, unter anderem von der Schweizer Ruderlegende und vom SRF-Experten Roman Röösli, starteten am Samstag die Vorläufe. Am Coupe de la Jeunesse werden pro Tag jeweils ein Vorlauf und ein Final gefahren; die Athletinnen und Athleten bestreiten insgesamt also vier Rennen an der Regatta.
Der Doppelvierer mit Maximilian Gyr am Schlag, Claudio Streit (RC Schaffhausen), Aiko Kessler (RC Kreuzlingen) und Adrien Salomone (Belvoir RC Zürich) ruderte zwar nur auf Rang 3, qualifizierte sich aber dank der schnellen Zeit für den A-Final. Im Final ruderte das Quartett lange um die Medaillenränge mit, musste aber auf dem letzten Streckenviertel die anderen Boote etwas ziehen lassen; das Team beendete Tag 1 auf Rang 5.
Stella Timm und Emaline Meylan (SC Küsnacht) qualifizierten sich im Doppelzweier souveränen für das A-Finale. Aufgrund der Vorlaufzeiten durfte ein enges Rennen erwartet werden. Im Final startete das Boot aus Polen furios; die Schweizerinnen reihten sich vorerst auf Rang drei ein. Auf dem zweiten Rennkilometer musste das polnische Boot für ihren schnellen Start etwas büssen und wurde sowohl vom Deutschen als auch vom Schweizer Boot überholt. Das Schweizer Duo eroberte nach 1500m den zweiten Zwischenrang und fuhr auf den letzten Metern immer näher auf das in Führung liegende Boot aus Deutschland auf. Die Deutschen konnten sich schliesslich mit knapp 0.7 Sekunden Vorsprung ins Ziel retten; die Schweizerinnen gewann mit ihrem beherzten Rennen die wohlverdiente Silbermedaille.
Auch am zweiten Renntag konnten sich die beiden Boote für das Finale der besten 6 qualifizieren. Der Doppelvierer fuhr, wie schon am Vortag, lange um die Medaillen mit und beendete das Rennen schliesslich auf dem undankbaren vierten Rang. Auch der Juniorinnen Doppelzweier verpasste das Podest als Viertplatzierte knapp.
Herzliche Gratulation zu diesen fantastischen Leistungen und einer super Saison – wir sind stolz auf euch!
Bilder: Jean-Michel Billy, Anthony Benoit (via SWISS ROWING)

