Rudermarathon Kreuzlingen: 40 Kilometer, viel Teamgeist und ein bisschen Schlamm

(Thomas Nigg) Der Rudermarathon Kreuzlingen–Steckborn–Kreuzlingen vom 5. September hat sich beim Seeclub Stäfa auf Anhieb als gelungene Aufnahme ins Breitensportprogramm empfohlen. Was der Ruderclub Kreuzlingen zusammen mit den Helfenden in Steckborn und Konstanz auf die Beine stellte, war eine perfekt organisierte Langstreckenfahrt über gut 40 Kilometer – sportlich, gesellig und landschaftlich eindrücklich. Rund 190 Ruderinnen und Ruderer aus der ganzen Schweiz und Deutschland in 36 Booten waren auf diese Marathon-Fahrt unterwegs.

Schon der Auftakt passte: Bei herrlichem Sommerwetter wurden zwei Fünfer und ein Dreier unter kundiger Anleitung effizient verladen. Am Tag darauf ging es entspannt im 9-plätzigen Bus mit Rubino als geübter Fahrer sowie einem Begleitfahrzeug mit Evelyn am Steuer nach Kreuzlingen. Vor Ort waren die Wege kurz und überschaubar, das Abladen und Anriggen war rasch und strukturiert. Alle packten an und wussten, was zu tun war.

Die kreative Bootseinteilung per Karten mit “Kinder-Zitaten rund ums Wasser” sorgte bereits vor dem Start für Lacher – und passende Zuordnungen.

Frisch geduscht ging es zu Fuss durch die schöne, autofreie Kleinstadt Konstanz zum Hafen. Dort warteten ein leckeres Essen, beste Gesellschaft und ausgezeichnete Unterhaltung – ein geselliger Abend, der mindestens so gut in Erinnerung bleibt wie die Kilometer auf dem Wasser.

Die Route führte von Kreuzlingen über den Seerhein nach Ermatingen, weiter entlang malerischer Seedörfer bis nach Steckborn und zurück. Dank kluger Bootsplatzierung und Unterstützung des Ruderclubs Kreuzlingen gelang das Einwassern der Boote trotz Niedrigwasser zügig. Die Steuerleute wählten sorgfältig den Weg, was bei diesem tiefen Wasserstand besonders wichtig war.

Auch die Vogelwelt lieferte Begleitung: Der Untersee mit dem Ermatinger Becken gilt als bedeutendes Wasservogelgebiet. Zwischen Schilfgürteln und Flachwasserzonen sahen wir sehr viele vertraute Seevögel wie Höckerschwäne, Enten, Kormorane und Reiher aber auch die ersten Zugvögel.

Der Empfang in Steckborn war überwältigend: Wasserausstieg unter kundiger Einweisung, freudige Frühstücksüberraschung und neue Energie für die Rückfahrt. Etwas Schlamm und Sand machten den Wiedereinstieg spannender – und die spätere Bootsreinigung gründlicher. Regenschauer, Wind und Wellen blieben berechenbar, die Temperaturen angenehm.

Am Ende warteten in Kreuzlingen ein optimales Auswassern am Ponton und ein grosszügiges Mittagsbuffet. Nach staufreier Rückfahrt folgte der Rekord: Ablad, Reinigung und Aufriggen in ca. einer Stunde. Fazit aller zufriedenen Teilnehmenden: Ein rundum gelungener Anlass!  Herzlichen Dank an Stefan, Evelyn, Sabine und Rubino für Organisation, Einladung und beste Gesellschaft!

Rückblick WM in Amsterdam

Mit den Weltmeisterschaften auf der legendären Bosbaan in Amsterdam endete die Rudersaison für das Nationalkader. SWISS ROWING selektionierte für die Titelkämpfe die gleichen Boote wie an der EM in Varese.
Der Schweizer Frauen-Doppelvierer mit Nina Wettstein, Flavia Lötscher (SC Luzern), Célia Dupré (CA Vésénaz) und Lisa Lötscher (SC Luzern) starteten am Dienstag mit ihrem Vorlauf in die Regatta. Mit einem knappen Sieg vor den späteren Bronzemedaille-Gewinnerinnen aus den USA und der zweitschnellsten Zeit aller Boote zogen sie souverän in den Halbfinal ein.
In ihrem Halbfinal hatten sie mit den Amerikanerinnen, den Rumäninnen und den Deutschen gleich drei Schwergewichte zugeteilt bekommen. Das Feld blieb lange nahe zusammen – die vier Schweizerinnen überquerten schlussendlich mit einer Sekunde Rückstand auf den finalberechtigten dritten Rang die Ziellinie und wurden so in den B-Final um die Ränge 7-12 verwiesen.
Nina Wettstein sagte nach dem Halbfinal gegenüber SRF:
«Es ist sicher enttäuschend, wir haben und das ein bisschen anders vorgestellt, vor allem nach den Europameisterschaften. Im Moment tut es sicher weh, es ist doof und es nervt auch; man hinterfragt sich, was man alles hätte besser machen können. Es waren einfach viele kleine Sachen, welche heute nicht ganz zusammengepasst haben und dann im Endeffekt dazu geführt haben, dass es heute um diese eine Sekunde nicht gereicht hat.»

Im B-Final am Sonntag zeigten die amtierenden Europameisterinnen nochmals ihr Potenzial: Sie gewannen den kleinen Final mit einem abgeklärten Rennen und beendeten so die Weltmeisterschaften auf dem siebten Rang.

Herzliche Gratulation zu dieser Leistung – wir sind stolz auf euch!

Mit dem Abschluss der WM geht es nun für das Elite-Kader in die wohlverdienten Ferien, bevor es schon bald wieder mit dem Wintertraining für die nächste, wichtige Rudersaison mit Heim-WM und Vergabe der Olympia-Plätze losgeht.

Schweizer Doppelvierer schreibt Geschichte!

Als erstes Schweizer Grossboot gewinnt der Doppelvierer der Frauen mit Lisa Lötscher, Célia Dupré, Flavia Lötscher und Nina Wettstein an der EM in Varese die Goldmedaille! Herzliche Gratulation, wir sind mega stolz, besonders natürlich auf dich, Nina!
«Ich bin bereit und es wäre nun wirklich Zeit für eine Medaille…» hast du, Nina, anlässlich unserer SM-Meisterschaftsfeier vor einem Monat gesagt – jetzt ist es soweit, was für ein grandioser Erfolg!
Hier der Bericht des SRF, https://www.srf.ch/sport/mehr-sport/rudern/historisches-edelmetall-sensationelles-em-gold-fuer-den-frauen-doppelvierer